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Geld liegt auf der Treppe

WEISSENFELS/MZ - "Bei uns liegt das Geld auf der Treppe", heißt ein Slogan, mit dem die Weißenfelser Wohnungsbau Wohnungsverwaltung GmbH (WVW) in diesen Tagen wirbt. Die MZ fragte nach bei Geschäftsführerin Kathleen Schechowiak, was sich dahinter verbirgt.

"Wir wollen mit gezielten Aktionen noch mehr gegen den Leerstand unternehmen", erklärt die WVW-Chefin das Anliegen. Jedes Jahr verliere das größte Wohnungsunternehmen der Stadt etwa 60 Mieter angesichts der demografischen Entwicklung und durch Wegzüge aus der Saalestadt, sagt Schechowiak.

Besonders in den obersten Etagen der Plattenbauten auf dem Kugelberg und in der Südstadt herrsche Leerstand. Wer nach ganz oben zieht, soll nun belohnt werden. Für neue Mieter, die sich hier einrichten wollen, sollen Anreize geschaffen werden, bietet die WVW einen Bonus von 50 Euro Nachlass pro Monat. "Für zusätzliches Treppensteigen", sagt die Geschäftsführerin in Erinnerung an den Slogan. "Es ist ein Versuch, um gemeinsam Kosten zu sparen", fügt sie hinzu.

Die ersten Interessenten hätten inzwischen Mietverträge unterschrieben, um in den Genuss zu kommen, weniger Miete zu bezahlen. Sollten noch ein paar mehr Bürger dieses Angebot des Sparens reizvoll finden und unterzeichnen, wolle das Wohnungsunternehmenauf Mieter zugehen, die bereits in den genannten Plattenbau-Gebieten zu Hause sind beziehungsweise bereits in den obersten Stockwerken wohnen. Auch sie sollen Sparangebote, angepasst an ihre monatlichen Mieten, erhalten. "Wenn wir die fünften Etagen stilllegen oder zu Bodenkammern umgestalten würden, müsste unser Betrieb mehr Geld für solche Maßnahmen investieren", versichert die Wohnungswirtschaftlerin, die das Vorhaben kürzlich im Aufsichtsrat vorgestellt hatte.

Konkret handele es sich um 26 leerstehende Drei- und Vierraumwohnungen - 17 Wohnungen auf dem Kugelberg und neun im Südring, alle in der fünften Etage. Nicht vom Bonus betroffen sind Mieter kleinerer Wohnungen und jene, die über einen Aufzug im Haus verfügen können, schränkt die 42-jährige Chefin ein.

Als größtes Plus während ihrer einjährigen Amtszeit bezeichnet sie ein weiteres Vorhaben gegen den Leerstand, das realisiert werden konnte. "Wir haben den Südring 138 so elegant wie möglich und in Windeseile abgerissen und danach alle 40 Mieter mitgenommen", zieht sie Bilanz. Einwohner im Alter von über 20 bis über 90 seien der WVW treu geblieben und in die benachbarten Gebäude mit den Hausnummern 134 und 136 umgezogen. Das Unternehmen sei derzeit bei den letzten Arbeiten, um die Treppenhäuser entsprechend "aufzuhübschen". Für frische Farben an den Wänden und neue Fußböden nimmt die WVW 115 000 Euro in die Hand, nachdem bereits in den Wohnungen malermäßig und für die Sanitärbereiche investiert worden war. "Es war viele Wochen lang laut und schmutzig, was die Mieter mit viel Geduld ertragen haben, so etwas ist nicht selbstverständlich. Deshalb wollen wir uns in den nächsten Tagen mit einem kleinen Fest bedanken", kündigt Kathleen Schechowiak an. Das gehöre zu einer bürgernahen Arbeit eines modernen Wohnungsunternehmens.

Stolz sei die Geschäftsführerin zudem darauf, dass die Verwaltung noch stärker auf Mieterbedürfnisse eingehe als bisher. "Unsere Objektverwalter arbeiten nicht etwa nur vom Schreibtisch aus mit den Kunden. Sie gehen vor Ort, um schnell und unbürokratisch erreichbar zu sein und entsprechend zu handeln, wenn Sorgen und Nöte anstehen", erklärt sie.

KOMMENTAR Dienstleister

Die Wohnungsbau Wohnungsverwaltung GmbH in Weißenfels beschreitet neue Wege, um das Gespenst des Leerstandes abzuschütteln. Das ist ein steiniger Weg, zumal die Bevölkerung immer älter wird und außerdem viele Menschen durch Wegzüge ihrer Stadt den Rücken kehren.

Dennoch ist der Versuch der aktuellen Aktion zu begrüßen. Er ist kein Treppenwitz, sondern ernstgemeint. Dass er bereits erste Früchte trägt, lässt hoffen. Sparen Mieter Kosten, hat auch das Unternehmen etwas davon und kann gespartes Geld in andere Maßnahmen investieren, damit die Mieter spüren: Es tut sich was und ich darf dabei mitarbeiten, ich werde einbezogen ins Geschehen - ob Abriss oder Umzug samt Modernisierung, wie jüngst im Südring passiert. Werden Mieter informiert und integriert, haben sie auch Verständnis für Maßnahmen, die mit Schmutz- und Lärmbelästigung verbunden sind. Zunehmende Bürgernähe steht der WVW als hundertprozentiger Tochter der Stadt gut zu Gesicht, denn Mitarbeiter des kommunalen Betriebes sind Dienstleister. Im Dienst der Bürger ist ihnen auf neuen Wegen ein langer Atem zu wünschen.

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